Sie steht im Mittelpunkt unseres Sonnensystems und spendet Licht und Wärme: die Sonne. Alles dreht sich um sie – und das nicht nur im Universum.
Auch wenn ein Schwimmbad- oder Strand-Besuch geplant ist, Ausflüge anstehen oder der Grill angefeuert wird. Doch mittlerweile sind die Schattenseiten des Sonnenanbetens bekannt. Für ein uneingeschränktes Genießen sollte die Haut deswegen ausreichend geschützt werden. Beim richtigen cremen herrscht jedoch noch immer Unsicherheit. Unser Sonnenschutzratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen – für einen schönen und gesunden Sommer!


Wie creme ich mich richtig ein?
Eincremen – kein Problem, oder doch? Eigentlich eine recht simple Tätigkeit, aber gerade hier liegen die meisten Fehler.
Mit den folgenden Tipps sind Sie auf der sicheren Seite:

Es darf ein bisschen mehr sein!
Die Menge ist ein wichtiger Faktor, um den theoretischen Sonnenschutzfaktor, den ein Produkt verspricht, gewährleisten zu können. Tatsächlich wird aber meist zu wenig Sonnencreme verwendet, so dass man sich vermeintlich besser geschützt fühlt, als man wirklich ist. Als Faustregel gilt: So viel, wie auf Mittel und Zeigefinger passt, reicht für eine Körperpartie wie Kopf und Nacken, vorderer Rumpf, Rücken, Arme, Oberschenkel oder Unterschenkel.

Gut Ding will Weile haben
Sonnenschutzmittel 20-30 Minuten vor der Sonnenexposition auftragen, damit das Produkt gut einziehen kann und nicht sofort wieder abgerubbelt wird.

Sonderbehandlung für unsere „Sonnenterrassen“
Scheitel, Nase, Ohren, Lippen und Schultern – unsere Sonnenterrassen – röten sich zuerst. Hier sollte mit einem höheren Lichtschutzfaktor vorgesorgt werden. Achtung: Beim Barfußlaufen werden auch die Fußrücken sehr exponiert der Sonne ausgesetzt!


Erhöht tatsächlich jeder Sonnenbrand die Gefahr für hellen Hautkrebs?
Auf diese Frage gibt es eine eindeutige Antwort: Ja! Denn ultraviolette (UV-) Strahlen schädigen grundsätzlich das Erbgut in den Hautzellen. Diese Schäden können vom Körper bis zu einem bestimmten Maße selbst wieder repariert werden. Bei Überbelastungen wie einem Sonnenbrand funktioniert das jedoch
nicht mehr. Es verbleiben Erbgutschäden in den Hautzellen, die zu Entartungen, wie aktinischen Keratosen und hellem Hautkrebs, führen können.


Ich habe einen Sonnenbrand, was tun?
Nach zu viel Sonne wird die Haut rot und fühlt sich heiß an – man hat sich einen Sonnenbrand geholt. Die Haut reagiert mit einer entzündlichen Reaktion und ist mit einer Verbrennung ersten Grades geschädigt. Ist es noch schlimmer, können sich auch Blasen bilden. Die betroffenen Stellen sollen auf jeden Fall gekühlt werden. Am besten mit kaltem Wasser oder kühlenden Umschlägen. Weiterer Tipp: viel trinken. Um sonnengestresster Haut schnell wieder Feuchtigkeit zuzuführen, eignen sich After-Sun-Produkte sehr gut. Bei stärkeren Verbrennungen und Blasenbildung sollte zur Sicherheit ein Arzt
aufgesucht werden.


Macht Sonne wirklich faltige Haut?
„Sonnenbedingte Hautalterung“ ist in aller Munde, doch was ist dran an diesem Schreckgespenst der Sommersaison? Leider sehr viel. Vor allem die UV-Strahlung der Sonne führt zu einem Abbau von Kollagen und Elastin in der Haut. Diese Stoffe sind für Festigkeit und Widerstandsfähigkeit (Elastizität) der
Haut zuständig. Zusätzlich kommt es zu einem Verlust an Hyaluronsäure, die der Haut wiederum Feuchtigkeit und Volumen gibt sowie für den Schutz vor Hautalterung zuständig ist. Die Bildung von Falten wird somit auf zweifache Weise begünstigt. Besonders das Gesicht sollte deshalb mit einem geeigneten Sonnenschutzprodukt vor UV-Strahlung geschützt werden.


Bei welchen Reisezielen und zu welcher Jahreszeit muss ich besonders aufpassen?
Die Jahreszeit wird durch den Winkel bestimmt, mit dem die Sonne auf die Erde trifft. Im Hochsommer ist auch für die Sonne Hochsaison: Ihre Position nähert sich der Senkrechten an, die Strahlungsintensität ist am höchsten. Von Ort zu Ort unterscheidet sich die Intensität jedoch enorm. Je näher man sich am Äquator befindet, desto kürzer ist der Weg durch die Atmosphäre und umso höher die UV-Strahlung. Zum Vergleich: Auf Höhe des Äquators ist die Einstrahlung doppelt so hoch wie in unseren mitteleuropäischen Breiten.

Auch im Gebirge ist Vorsicht geboten: Die Ozonschicht filtert v. a. kurzwellige UVB-Strahlen. Daraus ergibt sich, dass die Sonnenstrahlung im Hochgebirge mehr UVB-Anteil enthält und damit die Intensität der UV-Strahlung insgesamt höher ist. Deshalb gilt die Faustregel: Pro 1.000 Höhenmeter nimmt die
UV-Strahlung um ca. 15 Prozent zu.

Ein weiterer Faktor ist die Umgebung. Sie kann die Strahlungsintensität erhöhen. Denn: Schnee z. B. reflektiert UV-Licht nahezu vollständig, Sand je nach
Farbe bis zu 50 Prozent und Wasser zwischen 10 und 20 Prozent. Outdoor-Sportler sollten dies im Hinterkopf behalten und Lotionen mit sehr hohem Lichtschutzfaktor wählen, die extra wasserresistent und schweißfest sind.


Hat das Alter Einfluss darauf, wie schnell man Sonnenbrand bekommt?
Das ist tatsächlich so. Bei Babys ist die Haut noch sehr dünn und empfindlich und ihr Eigenschutz noch nicht vollständig entwickelt. Bereits 10 Minuten ohne Sonnenschutz reichen aus, um bei den Kleinsten einen Sonnenbrand zu verursachen. Zudem ist die Haut extrem sensibel und reagiert empfindlich auf kosmetische Zusatzstoffe. Auch bei Kindern sind Hautbarriere und Eigenschutz noch im Aufbau. Auf einen zuverlässigen und hohen Lichtschutzfaktor sollte geachtet werden. Ältere Menschen sind ebenfalls als besonders gefährdet einzustufen. Denn mit zunehmendem Alter wird die Haut immer empfindlicher. Zusätzlich tritt heller Hautkrebs als Spätfolge von übermäßigem Sonnengenuss verstärkt bei älteren Menschen auf. Für alle Altersgruppen gilt jedoch: Sie sollten sich überwiegend im Schatten aufhalten, die pralle Sonne in der Mittagszeit von 11-15 Uhr auf jeden Fall meiden, durch eine Kopfbedeckung, leichte Kleidung und eine Sonnenbrille zusätzlich geschützt werden und Sonnenschutzmittel verwenden.